Fremd. Ungewohnt. Unheimlich.
So kann sich Sichtbarkeit anfühlen. Besonders für Menschen, die eher leise und introvertiert sind.
Wie du trotzdem dein Business sichtbar machst und dich dabei auch noch wohl fühlst. – Das verrät uns Sonja Mahr. Sie ist Mentorin für Marketingtexte und Sichtbarkeitsmut und unterstützt Solo-Selbstständige dabei, sichtbar zu sein, ohne zum Marktschreier werden zu müssen.
Freu dich auf ein spannendes Interview!

Sonja Mahr
Inhalt
Was heißt für dich Sichtbarkeitsmut?
Wieso glaubst du, haben viele Selbstständige ein Thema mit der Sichtbarkeit?
Wie geht es dir mit der Sichtbarkeit in deiner Selbständigkeit?
Welche konkreten Tipps hast du, um mehr Sichtbarkeitsmut zu haben?
Gibt es auch ein No Go, von dem du in puncto Sichtbarkeit abrätst?
Wie unterstützt du mit deiner Arbeit Selbstständige in diese Richtung?
Erstmal, was genau heißt für dich Sichtbarkeitsmut?
Wie zeigt sich, dass ich mutig bin, mich zu zeigen?
Viele Selbstständige haben ein unsicheres Gefühl, wenn sie daran denken, ihr Business online zu zeigen, bis hin zu einer belastenden Angst vor Sichtbarkeit. Sie empfinden sich selbst vielleicht auch nicht als den geborenen Bühnenmenschen und fragen sich, wie sie das Thema angehen sollen. Gleichzeitig wissen sie auch, dass ihnen Sichtbarkeit hilft, Kund*innen für ihr Angebot zu erreichen und ihre Selbstständigkeit erfolgreich zu machen.
Sichtbarkeitsmut ist die Antwort darauf und zwar die, die noch vor fachlichem Marketing-Knowhow und konkreten Umsetzungstipps kommen darf. Es ist also im allerersten Schritt zunächst ein Ja zu sich selbst, mit dem man sagt:
„Ja, ich möchte dieses Business sichtbar machen, weil ich damit Menschen weiterhelfen kann und weil ich dieses Business betreiben möchte!“
Dieses klare Ja braucht es – oder sagen wir, es macht das Leben sehr viel leichter – um nicht an der ersten schwierigen Stelle zurückzuweichen und das Thema Sichtbarkeit abzuhaken mit einem resignierten „Das ist einfach nichts für mich!“
Aus meiner Sicht ist genau das bereits Mut, auch wenn die Erwartungshaltung, was man als Selbstständige alles können und schaffen sollte, meist sehr viel höher liegt.
Leider ist dieser ganze Komplex „Angst vor Sichtbarkeit“ bzw. „Mut zur Sichtbarkeit“ immer noch ein Thema, über das mehr geschwiegen als gesprochen wird. Dann gibt’s mal einen lapidaren Tipp in Richtung „Einfach mal machen“ hier oder ein pushendes „Du musst dich schon auch aus deiner Komfortzone rausbewegen!“ da, aber wirklich weitergeholfen ist Menschen, die in Sachen Sichtbarkeit ängstlich sind, damit leider nicht.
Im Gegenteil, nährt das Schweigen oder Abtun als „kleiner Klacks“ die eigenen Selbstzweifel oftmals sogar noch. Gerade Starter*innen sehen dann überall andere Selbstständige, die gefühlt so viel sichtbarer und auch mutiger sind und fühlen sich eingeschüchtert. Dann kommen Gedanken auf wie: „Alle können das, nur ich nicht!“
Sich von solchen Gedanken nicht aufhalten zu lassen, ist bereits ein mutiger Schritt, der zeigt: „Auch wenn ich vielleicht noch nicht weiß, wie, möchte ich es doch versuchen mein Business sichtbar zu machen.“Damit kann man starten und dann schauen: Was brauche ich noch, um diese Sichtbarkeit für mein Business aufzubauen?
Meist ist das dann eine Kombination aus Marketing-Knowhow und Hilfen, den eigenen Sichtbarkeitsmut Stück für Stück aufzubauen und auf dem Weg nicht wieder zu verlieren.
Wieso glaubst du, haben viele Selbstständige ein Thema mit der Sichtbarkeit?
Ganz individuell gibt es natürlich viele verschiedene Gründe. Aber einige Themen begegnen mir immer wieder. Sichtbarkeit wird von Selbstständigen zwar als Notwendigkeit erkannt, denn wenn niemand dein Business kennt, ist es schwierig Kund*innen zu gewinnen.
Aber Sichtbarkeit fühlt sich unsicher an. Es entstehen leicht gewisse Gedankenketten, die dann zu einer echten Bremse werden können. Z.B.
- Was, wenn ich sichtbar bin und dann kommt jemand, der sich NOCH besser in meinem Thema auskennt?
- Bin ich überhaupt schon Expert*in genug, oder sollte ich nicht lieber noch eine weitere Ausbildung machen, bevor ich mir erlaube, etwas zu meinem Thema zu veröffentlichen?
- Wen interessiert schon, was ich zu sagen habe? Es gibt ja schon etliche Coaches/Designer*innen/Texter*innen/Heilpraktiker*innen am Markt.
- Es wurde doch alles schon gesagt: Lohnt es sich überhaupt noch anzufangen?
- Was, wenn jemand nicht gut findet, was ich sage oder schreibe? Wenn ich abgelehnt werde für das, was ich nach draußen gebe? Oder gar einen Fehler mache?
Sichtbarkeit macht angreifbar und das kann Angst machen. Das Gute: Diese Angst vor einem Nein des Gegenübers wird kleiner, je stabiler die Sichtbarkeit ist. Tatsache ist nämlich, dass wir das Nein nicht vermeiden können, weil es vollkommen normal ist. Nicht für jeden ist dein Angebot etwas und das ist vollkommen ok. Aber für manche ist es das und die dürfen dich finden.
Wichtig zu verstehen: Ein Nein hast du sowieso schon, wenn du dein Business nicht sichtbar machst. Warum dir also die Chance nehmen, wunderbare Jas zu bekommen von den Leuten, die bei dir goldrichtig wären?
Ein konkreter Tipp ist es, dir andere Dinge zu sagen als diese bremsenden Gedanken. Z.B. dass du mit deiner Arbeit einen wertvollen Beitrag leistest und mit mehr Sichtbarkeit auch mehr Menschen weiterhelfen kannst. In meinem Blog habe ich 25 Sätze veröffentlicht, die helfen können, wenn der Mut zur Sichtbarkeit gerade fehlt.
Wenn du als Leser*in das gerade gebrauchen kannst: Such dir gerne den für dich passenden aus und nimm ihn mit auf deine Sichtbarkeits-Reise!

Ist oder war das bei dir selbst auch so?
Am Anfang meiner Selbstständigkeit stand ich da mit einem Thema, das ich liebte und ganz viel Magengrummeln angesichts der Sichtbarkeitsmaßnahmen, die ich nun wohl oder übel machen müsste. Netzwerk-Events besuchen zum Beispiel, das war für mich als introvertierter Mensch immer ein Graus, aber ich dachte, dass es eben dazugehört, zumindest zum Teil.
Mir kamen aber 2 Dinge zugute:
- Ich bin nebenberuflich gestartet und hatte dadurch weniger Druck sofort x Kund*innen gewinnen zu müssen, sondern konnte mich langsam vorarbeiten zu mehr Kund*innen und mehr Sichtbarkeit. Ohne ständig ins kalte Wasser springen zu müssen, denn der Start ist auch so schon aufregend genug.
- Da ich damals als Texterin meine Kund*innen ja auch bei ihrer Sichtbarkeit unterstützte, war mir dieser ruhigere Weg zu mehr Sichtbarkeit über die eigenen Texte schon vertraut. Bis ich ihn dann auch für mich selbst nutzte, dauerte es zwar eine Weile, aber das waren natürlich erleichterte Startbedingungen im Gegensatz zu einer Person, die vorher gar nichts mit Marketing zu tun hatte.
Da sind wir im Grunde an der Stelle, die ich vorhin schon mal erwähnte: Das Knowhow hatte ich und stellte es meinen Kund*innen zur Verfügung, aber den Mut zur eigenen Sichtbarkeit, den durfte ich erst einmal entwickeln.
Mir hat geholfen, mich nicht ständig aus meiner Komfortzone zu schubsen, sondern kleine Schritte zu machen. Der Gedanke an ein Live-Video? Anfangs undenkbar! Der Gedanke daran, einen Blogartikel zu meinem Thema zu schreiben? Schon machbarer! Also ging ich den für mich gut machbaren Weg.
Nach und nach kam dann auch der Mut zu Videos, zu Live-Workshops etc. aber er durfte sich eben Zeit lassen und hätte auch gar nicht zwingend entstehen müssen, weil es ja auch andere, gut funktionierende Wege gab, die ich nutzen konnte. Das zu wissen war enorm erleichternd!
Heute fühlt sich die Sichtbarkeit mit den Wegen, die ich nutze, recht sicher und „normal“ an. Was aber nicht heißt, dass ich nicht an manchen Tagen weniger mutig bin als an anderen.
Geht es wirklich: Sichtbarkeit, mit der ich mich pudelwohl fühle. – Auch wenn ich eher introvertiert und leise bin?
Ja, die gibt es aus meiner Sicht schon. Wobei „sich pudelwohl fühlen“ ein sehr hohes Ziel ist. Ob sich Sichtbarkeit wirklich für jeden irgendwann anfühlen kann, als sei man ein Fisch im Wasser, hängt sicher auch vom eigenen Naturell ab. Aber Sichtbarkeit kann sich sicher und ok anfühlen, statt unangenehm und so, als müsste ich permanent meine eigenen Werte verraten oder mich komplett überfordern.
Genau das kann für viele ein guter erster Schritt oder ein erreichbares Zwischenziel sein: Eine Sichtbarkeit finden, die sich ok anfühlt und vor der du nicht wegrennen möchtest. Und dann kann es weiter gehen in Richtung „pudelwohl fühlen“. Denn klar, je routinierter das eigene Marketing mit der Zeit wird, umso besser fühlt es sich in der Regel auch an.
Wichtig ist aus meiner Sicht vor allem, dass wir uns erlauben, unseren Weg zu finden. Marketing ist ein so lautes Feld, auf dem einem an jeder Ecke ein anderer Ratschlag entgegengeworfen wird:
- „Mach es so, denn nur so wird es funktionieren!“
- „Nur mit Videos erreichst du heute noch Leute!“
- „Ohne Reels, keine Sichtbarkeit!“
Fakt ist: Viele Wege führen zur Sichtbarkeit und wir dürfen uns erlauben einen für uns stimmigen zu finden. Ja, auch wenn irgendjemand behauptet, den einzig wahren Weg zu kennen, denn in Wahrheit gibt es eigentlich immer mehr als einen. Man muss ihn eben „nur“ finden.
Du hast das ja in deinem Blogartikel über die Business-Routinen so treffend beschrieben: Manche Dinge passen einfach nicht und dann ist es auch ok, es anders zu machen. Es ist sogar wichtig.
Welche konkreten Tipps hast du, um mehr Sichtbarkeitsmut zu haben?
Zuerst: Den Gedanken loslassen, dass du das eigentlich können müsstest. Auch wenn scheinbar alle anderen leichter sichtbar werden, ist es eben genau das: nur ein Schein. Ich habe inzwischen so viele Menschen kennengelernt, die sich mit Sichtbarkeit eben nicht so leicht tun; das IST normal. Wir sind alle individuell und nicht jeder Mensch ist für die Bühne geboren und sucht das Rampenlicht. Trotzdem hat dein Business es zweifellos verdient gesehen zu werden, aber eben auf deine eigene Weise.
Für die erste Sichtbarkeit lohnt sich aus meiner Sicht, in die eigene Klarheit zu investieren. Denn wenn dir einmal klar ist, dass du Sichtbarkeit nicht als Selbstzweck betreibst, sondern mit größerer Sichtbarkeit auch mehr Nutzen stiften kannst, wird es oft sehr viel leichter.
Mach dir also zunächst einmal bewusst, wofür du mit deinem Business stehst und welchen Wert deine Arbeit hat. Sehr hilfreich ist es z.B. eine klare Kernaussage – im Marketing nennt sich das „Elevator Pitch“ – zu haben und diese zur Basis deiner Kommunikation zu machen. Im Elevator Pitch brichst du die Quintessenz deiner Arbeit aufs Wesentliche runter, auf einen Satz. Den einmal zu finden, kann dann im Anschluss wie ein Sicherheitsnetz sein, das dich im Zweifel immer wieder auffängt.
Wer hier tiefer einsteigen möchte: In diesem Artikel erkläre ich, wie ein guter Elevator Pitch für Solo-Selbstständige funktioniert und welche Bestandteile er braucht.
Und dann: Kleine Schritte machen. Sich nicht ständig kleinreden, weil die Schritte größer sein sollten oder die Erfolge schneller kommen müssten. Das raubt nur Ressourcen. Wer kleine Schritte macht und dranbleibt, kommt definitiv sehr weit. Auf lange Sicht weiter als jemand, der Riesensprünge macht, die ihn aber komplett überfordern. Wir wollen ja auch heil ankommen.
Gibt es auch ein No Go, von dem du in puncto Sichtbarkeit abrätst?
Ein No Go ist für mich, anderen bewusst zu schaden. Also z.B. Sichtbarkeit auf Kosten einer anderen Person aufbauen. Denn klar, rein faktisch erzeugt z.B. Provokation Sichtbarkeit oder auch das Herangehen einer anderen Person komplett auseinanderzunehmen und das Gegenteil zu behaupten. Die Sache an sich kann man ja anders sehen, aber es sollte immer fair zugehen, finde ich.
Was ich auch schwierig finde: Sich verbiegen oder die eigenen Werte zu verraten. Viele meiner Kund*innen kommen zu mir, weil sie genau das schon erlebt haben und nun in einer Art Sackgasse stehen. Sie möchten Marketing für ihre Sichtbarkeit machen, aber so, wie „man“ es angeblich „machen muss“, können sie es sich persönlich nicht vorstellen. Und dann geht es für sie erst einmal nicht weiter, weil sie noch keine Alternative kennen.
Wenn jemand z.B. eine eher leise Person ist, will er sich nicht ständig überwinden müssen und laut rumbrüllen. Auch nicht, wenn jemand kommt und sagt, dass Trommeln halt zum Geschäft gehört. Sich selbst noch im Spiegel anschauen zu können und gut mit dem zu fühlen, was man macht, das ist in meinen Augen ganz wichtig und auch möglich. Du musst nichts tun, was du nicht mit deinen Werten vereinbaren kannst. Auch nicht im Marketing!
Wie unterstützt du mit deiner Arbeit Selbstständige in diese Richtung?
Mein Bereich sind die ruhigeren Wege zu mehr Sichtbarkeit. Konkret unterstütze ich Selbstständige dabei, den Wert ihrer Arbeit zu zeigen und sichtbar zu werden, ohne zum Marktschreier werden zu müssen.Das fängt bei einer einzigartigen Kernaussage an, geht über eine authentische Website bis hin zum Aufbau von Sichtbarkeit über regelmäßiges Marketing, mein Lieblingskanal ist hier der Blog. Immer dabei, weil es ohne diesen eben nicht lange funktioniert: Der Mut zur Sichtbarkeit, den aufzubauen und bei Bedarf auch wiederzufinden ich immer gerne unterstütze.
Ich biete leicht umsetzbare Onlinekurse zu diesen Themen an, aber auch die persönliche Zusammenarbeit mit mir. Die aktuellen Möglichkeiten zeige ich auf meiner Website im Detail.
Dort gibt es auch einen hilfreichen Blog fürs erste Reinschnuppern ins Thema und wer mir lieber zuhört, ist herzlich eingeladen meinen Podcast „Marketing ohne Marktgeschrei“ zu abonnieren. Auch dort ging es bereits um Mut zur Sichtbarkeit, aber auch um ganz konkrete Tipps zu Website-Texten und Content-Ideen.
Mehr zu Sonja & ihrer Arbeit findest du hier:
Sonjas Blog für Marketingtexte & Sichtbarkeitsmut
Sonjas Podcast „Marketing ohne Marktgeschrei“
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Hi, ich bin Laura. Grüne SEO-Texterin & -Beraterin.
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